(K)ein Bärenpark im Zelgli-Träff

Ende 2018 habe ich eine Weiterbildung besucht, bei der uns Christian Billau von seiner Arbeit beim Aufbau des Bärenparks in Arosa erzählt hat. Unter dem Titel "Berührungspunkte schaffen, um Gäste emotional zu binden" referierte er als Destinations- und Geschäftsentwickler. Ich weiss noch, wie ich ihm gespannt folgte und parallel immer überlegte wie "unser" Bärenpark im Zelgli-Träff eines Tages aussehen soll. Damals hatten wir zwei Saisons unseres Erlebnisweges Milchstrasse hinter uns. Es zeigte sich, dass die Besucher Freude hatten die 15 Milchkannen abzulaufen und bei jedem Posten etwas über unseren Betrieb zu erfahren. Wir werden immer wieder gefragt warum der Weg denn Milchstrasse heisse, da es weder etwas mit dem All noch mit der Milchproduktion (wir betreiben keine Milchwirtschaft) zu tun hat. Der Name stammt von der Tatsache, dass Milchkannen den Weg säumen. Und Milchkannen waren für uns die idealen Materialien, da sie mit der Landwirtschaft in Verbindung gebracht werden. Sie realtiv handlich sind, einen holen Innenraum haben um Material zu verstauen und bei Wind und Wetter Draussen stehen können. Also eigentlich eine ganz praktische - pragmatische - Lösung.




Das Konzept einen ca. 1.5 km langen, kinderwagentaugliche Rundweg zu gestalten, bei dem am Schluss noch eine Schatztruhe geöffnet werden kann schien aufzugehen. Dennoch waren wir irgendwie nicht vollumfänglich zufrieden. Ohne grossen Sponsor, einfach ein bisschen "Handgelismet" und halt schon ein wenig unprofessionell wirkte es unserer Meinung nach. Wir waren überzeugt, dass es noch besser ginge. So war nach dem Referat für mich schnell klar, dass der Weg bald ein Markenzeichen von uns sein müsste, so wie der Bärenpark für Arosa. Und bald war auch klar, dass es nicht bei diesem einen Erlebnisweg bleiben soll. Es soll auch im Winter einen Erlebnisweg geben. Also haben wir uns Ziele gesteckt. Zum einen sollte die Milchstrasse weiter ausgebaut werden. Es soll für die Besucher noch mehr möglich sein, die Landwirtschaft zu erleben. So hat Fritz Schneisen in die Felder geschnitten, dass die Leute mitten ins Getreide oder die Extensivwiese stehen können. Sie sollen spüren, fühlen und sehen wie es auf unseren Feldern ist. Zum Andern wollen wir den Leuten unseren Hof für ein paar schöne, erholsame und erlebnisreiche Stunden zur Verfügung stellen. Daher haben wir auf diese Saison hin "endlich" eine Outdoorküche eingerichtet, damit die Besucher auch vor Ort grillieren können. Frisch gebackenes Brot, eine hofeigene Bratwurst und sonstige Leckereien aus der Zelgli-Küche runden den Ausflug kulinarisch ab.



Weitere Ideen sind am entstehen. Nächstes Jahr wird bestimmt auch das Trüffellabyrinth seinen ersten Auftritt haben und wir werden es nutzen um die Besucher in diese faszinierende Welt der Trüffel eintauchen zu lassen.


Ziemlich genau vor einem Jahr hatten wir die spontane Idee unseren zweiten Erlebnisweg - den Weihnachtsweg - zu gestalten. Die Planung ging ratzfatz, der Bärenpark immer im gedanklichen Hintergrund. "Berührungspunkte schaffen, um Gäste emotional zu binden". Das ist gar nicht so einfach, ich nenne es WOW-genblicke zu schaffen. Zusammen mit unseren acht Partnern, haben wir es gewagt und dürfen mit Stolz sagen es war eine sehenswerte Premiere. Aber auch hier sind wir ehrgeizig, wollen auf dieses Jahr hin noch mehr Berührungspunkte schaffen, die Leute noch mehr miterleben lassen. Und während wir nun am Samstag die Milchstrasse wegen Corona später als geplant geöffnet haben, sind wir bereits Mitten in der Ideensammlung und Planung für den Weihnachtsweg. Es wird sicher auch hier Neues zu erleben geben. Auch wenn ich bereits mit Sicherheit sagen kann, Bären werden bei uns definitiv nicht einziehen.


Aber jetzt schon an Weihnachten zu denken ist etwas falsch am Platz. Wir wollen nun den Sommer geniessen mit all den tollen Erlebnissen die es auf einem Bauernhof zu erleben gibt. Wisst ihr was das für ein WOW-genblick ist, wenn ein Kind gerade die Milchstrasse bei uns absolviert und der Mähdrescher kommt? Es live erleben kann, wie die Körner geerntet werden, welche in Oberwil in der Mühle zu Mehl und dann zu dem Brötchen verarbeitet werden, welches es im Anschluss an den Rundgang noch isst?


Oder die Aprikosen am Baum auf dem Weg zur Outdoorküche entdeckt, die es dann zu hause auf dem Butterbrot in Form eines Fruchtaufstriches geniesst? Ein WOW-genblick nach dem Andern, den wir hier auf unserem Hof erleben. Eigentlich bräuten wir ja gar keinen Erlebnisweg. Es ist schon einfach nur Erlebnis da zu sein. Hier und jetzt und jederzeit heissen wir unsere Gäste von Herzen willkommen um mit uns diese WOW-genblicke - unseren Bärenpark - mitzuerleben.







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